Home Über uns mit Gott erlebt Annemarie Widmer

Wir sind

screenshotDie Pfimi Burgdorf ist eine evangelische Freikirche. Wir sind Menschen aus allen Altersstufen, den unterschiedlichen sozialen Schichten und Beschäftigungen. Zusammen sind wir eine grosse Familie, die sich neben den Gottesdiensten in verschiedenen Gruppen trifft.  

Wir sind dem Gemeindeverband der Schweizerischen Pfingstmission (SPM) angeschlossen.

Annemarie Widmer Drucken

Annemarie WidmerDen grössten Teil meines bisherigen Lebens war ich Mitglied der Bernischen Landeskirche. Als Kind besuchte ich die Sonntagsschule. Damals war es so, dass alle Kinder in unserem Schulkreis die Sonntagsschule besuchten, so auch ich. Das Ehepaar, das die Sonntagsschule leitete, erzählte viel von Jesus. Von ihnen lernte ich, dass Jesus uns hört, wenn wir Ihn anrufen und dass Er mich liebt. Auch durch meine Unterschullehrerin, die in enger Verbindung mit der Basler-Mission stand, lernte ich die biblischen Geschichten, Jesus und den Missionsauftrag kennen. In der Schule wurde jeden Morgen durch Lesung, Gebet und das Singen und Auswendiglernen von Liedern, Gott ins Zentrum gestellt. Auch Psalmen lernten wir in der Schule auswendig. Da Gott in der Schule und, wie ich feststellte, auch im Leben meiner Lehrerin einen wichtigen Platz einnahm, übernahm ich dies als selbstverständlich auch für mein Leben. Ich hörte gern die biblischen Geschichten und kannte sie alle, aber ich las sie nicht selber in der Bibel. Für die Konfirmation mussten wir die zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, den Missions- und den Taufbefehl auswendig lernen. Ich machte das gerne, aber ich war mir der wirklichen Bedeutung dieser Texte nicht bewusst.

In meiner späteren Ausbildung lernte ich viel über die Entstehung und den Aufbau der Bibel. Wir hatten auch Kirchengeschichte. Dies alles faszinierte mich und zog mich an. Wie aber das Leben als Nachfolgerin von Jesus Christus aussah, wusste ich immer noch nicht und ich las auch immer noch nicht selber die Bibel. Ich sah aber, dass Menschen, die sich offen zu Jesus bekannten, anders lebten und dass der Glaube in ihrem Leben viel zentraler war als bei mir. In meinem Leben war Er wichtig, aber nicht zentral. Ich wusste damals noch nicht, was eine echte christliche Gemeinde ist. Ich ging zwar oft in den Gottesdienst, aber ich kam nicht weiter.

Da gab es in unserer Kirchgemeinde eine grundlegende Änderung. Es wurde sichtbar, dass viele Menschen an einem ähnlichen Punkt standen wie ich. Viele wollten im Glauben weiterkommen und suchten. Darum wurden Glaubens-, Bibel- und Kindererziehungskurse angeboten. Daraus entstanden Gesprächskreise und später dann Hauskreise. Ich nahm Teil, so oft ich nur konnte. Wie ein trockener Schwamm saugte ich die Lehre, die uns unsere Gesprächsleiterin und später unser Hauskreisleiter weitergab, in mir auf. Ich las sehr viel, denn endlich hatte ich gefunden, was ich so lange gesucht hatte.

Ich merkte, dass ich mich veränderte. Später nahmen dies auch die Menschen in meiner nächsten Umgebung wahr. Ich merkte, dass es nun für die andern besser war, mit mir zusammenzuleben. Ich war weniger egoistisch und unnachgiebig. Gott hatte begonnen, mich zu verändern.

Da stellte uns unser Hauskreisleiter ein neues Angebot unserer Kirchgemeinde vor: Ein Seelsorgeseminar, welches an einem Wochenende stattfinden sollte. Für mich war klar, dass ich daran nicht teilnehmen würde. Das war nun etwas, das ich nicht nötig hatte, denn mir ging es ja gut. Ich meldete mich nicht an. Kurz bevor das Seminar begann, hatte ich einen Traum: Ich war mit anderen Frauen auf einer Reise. Da sahen wir auf einem Hügel eine riesige Kirche. „Was ist das für eine Kirche?“, fragte ich. Jemand nannte den Namen. Ich wollte unbedingt zu dieser Kirche hinauf steigen. Der Weg war aber sehr steil und unwegsam. Immer wieder musste ich unter Zäunen und Holzlatten durchkriechen. Endlich hatte ich es geschafft. Ich betrat die Kirche und ein unbeschreibliches Gefühl erfasste mich, etwas, das ich zuvor nie erlebt hatte. Heute weiss ich, dass ich damals ein Stück von Gottes Herrlichkeit erlebte. Als ich erwachte, wusste ich mit einem Schlag, was der Traum bedeutete: Ich musste meinen Stolz überwinden, demütig werden und mich für dieses Seminar anmelden. Wenn ich meinen Stolz nicht überwand, würde ich Gott nicht näher- und im Glauben nicht weiterkommen.

Ich nahm an diesem Seelsorgeseminar teil. Es geschah so viel in diesen drei Tagen und was ich dort erlebte, hat Auswirkung in meinem Leben bis zum heutigen Tag. Etwas, was damals geschah, habe ich schon so oft erzählt und will es nun auch an dieser Stelle tun: In einem Teil des Seminars ging es auch um Krankheiten, unter anderem um Krankheiten, die in Familien immer wieder in jeder Generation auftreten. In der anschliessenden Kleingruppenzeit erzählte ich Folgendes: „Meine Grossmutter litt zeitlebens unter immer wiederkehrenden, später chronischen Blasenentzündungen. Sie starb mit siebzig Jahren an Blasenkrebs. Meine Mutter leidet unter derselben Schwäche. Ich selber muss seit meiner Kindheit jährlich mehrmals wegen Blasenbeschwerden zum Arzt. Kürzlich musste ich mit unserer knapp einjährigen Tochter zum Arzt. Diagnose: Blaseninfektion.“

Wir sassen im Stuhlkreis und die Leiterin, von der ich nur noch den Vornamen weiss, sagte: „Das ist etwas Einfaches. Wir müssen nur die Linie unterbrechen und euch herauslösen.“ Sie sass mir gegenüber. Sie berührte mich nicht. Sie sprach nur ein einfaches Gebet. Was ich nicht gesagt hatte war, dass ich zu diesem Zeitpunkt an einer Blasenentzündung litt und eigentlich zum Arzt gegangen wäre, wenn ich nicht am Seminar teilgenommen hätte. Plötzlich hatte ich das Gefühl von Wärme in meinem Körper, dachte aber, dass ich mir das wohl nur einbilden würde. Am Abend hatte ich weniger Schmerzen und am nächsten Tag waren sie weg. Ich war geheilt, vollständig geheilt. Ich musste nicht mehr aufpassen, was ich trinke, was ich esse, ich war geheilt. Ich hatte nicht darum gebetet, ich hatte nicht daran geglaubt und ich hatte es überhaupt nicht erwartet. Gott hatte es mir einfach geschenkt. Ich war ein Anfänger im Glauben. Ich habe Ihn gesucht und Er liess sich von mir finden.

Rückblickend staune ich, wie sanft Er mich zu sich gezogen, geführt und geformt hat. Ich habe kleine Glaubens-, Vertrauens- und Gehorsamsschritte gemacht und Er hat mich reich belohnt. Er kam mir in Seiner Gnade entgegen.

Leider war die intensive und fruchtbare Zeit in unserer Gemeinde nur von kurzer Dauer, aber „etlicher Same fiel auf fruchtbaren Boden“. Ich bin Gott so unendlich dankbar, dass ich damals dabei sein durfte, dass Er mich rief, dass ich Seine Liebe, Grösse, Kraft und Gnade erleben und erfahren durfte, dass auch mir alles gilt, was Er verheissen hat. Dafür gibt es keine Worte.

Wir suchten dann eine andere Gemeinde. Wir sind sehr glücklich, dass wir nun seit fünf Jahren Teil der Pfimi – Familie sein dürfen.

Psalm 22, 23-32

 

 


Lektorat: Klaus Pulver

 

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